Yosemite National Park – Teil 2
Nach Teil 1 folgt Teil 2. Ja, auch ich habe die ziemlich kühle Nacht einigermaßen gut überstanden. Meine Füße waren dennoch gut kalt. Hätte ich mir ja auch denken können wenn man einen Schlafsack mitnimmt der “Carribean” heißt. Auch wenn die meisten unserer kleinen Truppe gegen frühes Aufstehen waren standen wir dennoch am nächsten Tag, am Samstag morgen um acht Uhr am Fuß unseres nächsten Gipfels.
Dies sollte die anstregendste Etappe unseres Wochenend Ausflugs sein. Ziel: El Capitan. Wer “Am Limit” gesehen hat, kennt ihn wahrscheinlich schon. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen dass der Yosemite Park ein Kletterparadies weltweit ist. Kletterer von der ganzen Welt kommen hier zum Yosemite Park um so lange wie möglich und so hoch wie möglich zu klettern. Wohnen tun diese im Camp 4, so wie wir.
Aufs Klettern waren wir eigentlich nicht aus, dennoch war unsere erste Etappe weitaus die schwierigste und kräfteraubendste von allen. Ein Zick-Zack Weg nach dem anderen. Innerhalb von einer Stunde hatten wir schon gut an Höhe gewonnen. Nach oben schauen sollte man trotzdem nicht, es lag noch mindestens genauso viel vor uns. Ohne Frühstück sollte man diesen Aufstieg nicht unbedingt angehen, diese Erfahrung können wir weitergeben. Nach unzähligen Serpentinen (uns wurde fast schwindlig ;-)) konnten wir nach 2 1/4h aufatmen. Wir hatten das Plateau erreicht. 800 Höhenmeter und zirka fünf Kilometer schon hinter uns. Das Wetter spielte zum Glück immer mit. Den ganzen Aufstieg hatten wir ein angenehm kühles Klima. Mit erreichen des ersten Meilensteins verzogen auch die letzten Wolken und die Sonne schenkte uns die ersten Strahlen. Frühstück!
Auf gut 2000m Höhe ging es weiter. Zunächst etwas weg vom Abhang. Glücklicherweise keine extrem langen und steilen Aufstiege. Somit kamen wir auch deutlich schneller voran als zuvor (die Rucksäcke waren nach dem Frühstück auch schon erheblich leichter ;-)). Weitere sechs Kilometer bis zum Gipfel des El Capitan (2307m). Auf dem Weg dahin konnten wir in Ruhe diese wunderschöne Naturlandschaft des Yosemite Parks geniessen. Feiner Farn, Mammutbäume und dementsprechend große Zapfen konnten wir am Wegrand zu haufenden sehen. Die Hörnchen die Sarah bereits am Tag 1 vorgestellt hatte, haben hier ein wahres Paradies gefunden. Wenn sich etwas in den Bäumen bewegt hat, so waren es sie. Zirka gegen 13:00 Uhr hatten wir dann den Gipfel des El Capitan erreicht. Schon bereits auf dem Weg konnten wir immer mal wieder atemberaubende Aussichten genießen. Der Gipfel bestand aus einem riesigen Plateau und war weiterhin von vereinzelten Bäumen bewachsen. Mittagspause war angesagt und erneut Kräfte tanken für unseren Rückweg.
Der Rückweg ging viel schneller als wir erwartet hatten. Ok es ging ja auch meistens bergab. Dennoch sollte man auch hier bei losem Gestein Vorsicht wahren lassen. Dass wir nicht ganz alleine in der Natur waren wussten wir. Doch dass wir neben anderen Wandern auch noch plötzlich einen kleinen Schwarzbären zu Gesicht bekommen haben, damit hätten wir nicht gerechnet. Leider hatte ich nicht die Kamera zur Hand und durch meinen überraschten Ausruf “Da ein Bär” war dieser Bär auch von unserer Anwesenheit überrascht und mindestens ebenso schnell in den Wald verschwunden. Später konnten wir sogar noch den Eagle Peak besteigen, welcher am Weg lag und unserer Meinung eine noch grandiosere Aussicht bietet als es schon der El Capitan tut. Mit ein wenig Mut kann man sich soweit auf große Felsvorsprünge vorwagen das unter einem 1000m Abgrund warten. Ein Paradies für Paragliding und Base Jumping, wenn da nicht die hohen Geldstrafen und begrenzte Anzahl an Landeplätzen wären.
Da es im Oktober schon langsam dem Winter entgegen geht – was wir übrigens anhand des Wetters überhaupt nicht spürten – verlieren die Flüsse auch an Wasser. Ebenso die Wasserfälle. Nur noch kleinste Rinsale flossen den Abgrund herab. Ein Aufstieg zu den Yosemite Falls lohnte sich deshalb nur bedingt.
Zum Schluss ging es noch die gleichen Serpentinen wieder hinab ins Yosemite Valley. 2 1/4 Stunden Aufstieg am morgen und über 1 1/2 Stunden Abstieg (insgesamt fast 2000 Höhenmeter) und unsere Füße schrieen nach Erlösung. Am Abend gab es dann eine typische Camper-Mahlzeit. Nudeln mit Tomatensoße. Besonders praktisch wenn man nur einen Kocher und einen Topf zur Verfügung hat (danke an dieser Stelle an Casjen). Auch das Lagerfeuer (engl. Bonfire) wärmte uns noch ein wenig, bevor wir uns dann wieder in unsere Schlafsäcke verkrochen und von der Karibik träumten – kaaalt!
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geschrieben am 24. Oktober 2008 um 09:24 Uhr ///
Diese Landschaft ist ja schon irgendwie fast unwirklich. Wenn man dann noch bedenkt, daß dort vor Millionen von Jahren mal nur Meer war…. einfach unglaublich…
geschrieben am 24. Oktober 2008 um 10:39 Uhr ///
i love the iTree
geschrieben am 24. Oktober 2008 um 11:37 Uhr ///
yeah iTree rulz
geschrieben am 24. Oktober 2008 um 21:59 Uhr ///
War klar, dass du das schoenste Bild als erstes nimmst ;)