El Chepe – Einer der wenigen in Mexiko…
Sarah hat ja in ihrem vorangegangenen Bericht schon ein wenig angedeutet, warum wir beide Verrueckte unbedingt so weit in den Norden wollten. Zwischen Los Mochis und Chihuahua besteht noch eine der wenigen intakten Zugverbindungen. Da die Busunternehmen immer populaerer wurden, wurden nach und nach immer mehr Zugverbindungen eingestellt. Zwischen Los Mochis und Chihuahua jedoch blieb die Strecke des “El Chepe” bestehen.
El Fuerte liegt schon ein wenig entlang der Zugstrecke ist aber gleichzeitig auch Beginn des vorerst langsam beginnenden Anstiegs auf 2300 Meter Hoehe. Laut Reisefuehrer ist dies die hoechstgelegende Zugstrecke der Welt (Keine Zahnradbahn). Zwischen El Fuerte und Creel soll das interessanteste Stueck der Strecke liegen und innerhalb 9h soll der “El Chepe” die oben angegebene Hoehe ersteigen. Wir waren gespannt.

Warten auf den Chepe
8:30 Uhr sollte unserer Zug am Bahnsteig in El Fuerte ankommen. Man warnte uns aber das er teilweise Stunden Verspaetung haben koennte. Mit uns warteten eine zirka 40 Mann (und Frau) starke Reisegruppe, die im Schnitt dem Alter von Grosseltern entsprach. Diese Reisegruppe hatte sich anscheinend das ganze letzte Zugabteil reserviert. Egal. Es gab neben einem Speisewagon und einem Wagon, in dem Trinks serviert wurden, noch 4 weitere Wagons. Zwei Dieselloks sollten uns auf den Berg bringen.
Kurz vor 9 Uhr hatten alle ihr Gepaeck in den Zug geladen und dieser setzte sich langsam in Bewegung. Die ersten Kilometer der Strecke befanden sich noch in der Ebene und mehrere Baustellen machten es dem Zug unmoeglich ein hoeheres Tempo als 20-30 km/h aufzunehmen. Nach zirka einer halben Stunde hatten wir diese ersten Hindernisse ueberwunden und der Zug nahm ordentlich an Fahrt auf. Wir beide befanden uns natuerlich die meiste Zeit da, wo man die besten Fotos machen konnte – zwischen den Wagons.

Bruecke Rio El Fuerte
Stueck fuer Stueck ging es bergauf. Vorerst auf langgezogenen Kurven, und ueber lange Bruecken mit Panoramaaussichten, spaeter immer enger werdende Streckenabschnitte, bei denen sich der Zug durch das Tal schlaengelte. Knapp 40 Tunnel und Bruecken mussten ueberquert werden. Schleifen wurden durchfahren um an Hoehe zu gewinnen. Nur selten stoppte der Zug. Stopps wurden eingelegt um das Zu- oder Aussteigen Passagiere zu ermoeglichen, oder um den indigenen Gruppen die Moeglichkeiten zu geben von den Bahngleisen ihre meist von Hand gefertigten Waren zu verkaufen.

Mit zunehmender Hoehe aenderte sich auch die Vegetation. Von einer Kakteen bewachsenen ziemlich trocken wirkenden Ebene ging es weiter nach oben in eine von Pinien dicht bewachsene Berglandschaft. Tief im Tal konnte man nur noch erahnen wo in der Regenzeit ein Fluss fliessen sollte. Um so hoeher wir kamen umso kuehler wurde es natuerlich auch. Und da wir uns nur selten im Wagenabteil aufhielten bliess uns der Wind mittlerweile frisch um die Ohren – auch noch Tage spaeter fand ich versteckten Russ hinter den Ohren ;-). Der erste Stopp mit einer etwas laengeren Pause war bei “Divisadero”. Dort ging es ein kurzes Stueck vorbei an einheimischen Haendlern zu einem Aussichstpunkt ueber die “Barranca del Cobre” (Kupferschlucht). Diese Schlucht soll an Groesse und Tiefe den Ausmassen des Grand Canyon nahe kommen. Ich habe den Grand Canyon leider noch nicht wirklich gesehen, dennoch riesig ist diese Schlucht alle mal. Nach ein paar Tortillias mit Kaese (Quesadillas) ging es weiter mit dem Zug zum hoechsten Punkt unserer Reise mit dem “El Chepe” auf 2480 Meter Hoehe.
Von da aus ging es nur noch zirka eine Stunde leicht auf und ab, bis wir schliesslich gegen halb sechs, unserer Endstation ankamen. Kaum sind wir aus dem El Chepe ausgestiegen flogen uns auch schon die Werber fuer die verschiedensten Hostels, Hotels oder sonstige Cabanas entgegen. Wir mit einem leicht trotzigen “No Gracias” weiter, denn wir hatten ja unseren Reisefuehrer. Zehn Minuten spaeter hatten wir unsere ausgewaehlte Unterkunft fuer die naechsten zwei Naechte erreicht. Uns wurden dann zwei verschiedene Zimmer vorgefuehrt, wobei das letztere das deutlich bessere und leicht fuer sechs Personen Platz bieten koennte. Dennoch konnten wir zu zweit das Quartier beziehen und das fuer 300 Pesos die Nacht.
Am Abend haben wir noch einen kleinen Rundgang durch die Kleinstadt Creel gemacht, was gegessen. Auf dem Rueckweg wurde uns dann von einem der Soehne unserer Hausbesitzerin gleich eine Tour fuer den naechsten Tag angeboten. Da wir aber in letzter Zeit genug nichtstuend im Bus oder Zug gesessen sind wollten wir uns etwas sportlicher fortbewegen. Fortsetzung folgt…
svgallery=sarah-20090130-elchepe
geschrieben am 19. Februar 2009 um 00:28 Uhr ///
wow, echt toll!! :)
geschrieben am 19. Februar 2009 um 17:09 Uhr ///
da packt einen doch das Fernweh bei den Bildern!
geschrieben am 19. Februar 2009 um 17:36 Uhr ///
ihr kommt nicht mehr zurück, stimmts? ;)
geschrieben am 19. Februar 2009 um 18:23 Uhr ///
Die Bilder von den Mexikanischen Frauen und Kindern sind toll.
Beeindruckend, was ihr alles so erlebt.